Führung ist im systemischen Kontext Handeln in einem Prozess. Sobald sich mehrere Individuen zu einem System zusammenschliessen (zu einer Lerngruppe, einer Schulklasse, einer Sportmannschaft oder einem Berufsverband), beginnen Systemgesetze und Netzwerkdynamiken zu wirken. Soziale Systeme reagieren in ihrem Verhalten und Handeln auf Informationen von innen und aussen, sie steuern ihre Entwicklung selbst mit. 

Führung stellt das Anliegen dar, soziale Systeme nicht einfach „ihrem Schicksal zu überlassen“, sondern zu leiten, zu koordinieren oder zu kontrollieren. Systeme agieren und reagieren jedoch in der Komplexität ihrer Vernetzung, sie interagieren fortlaufend nach innen und mit anderen Systemen. Auch Führung kann diese Dynamik weder voraussagen, noch final kontrollieren oder steuern. Sie kann von innen und aussen Impulse setzen, kann Rahmenbedingungen gestalten, Informationsprozesse pflegen und das System durch passende Ziele immer wieder ausrichten. Aus systemischer Sicht stellt die eigentliche Führungskraft lediglich einen der vielen Kontextfaktoren dar, die auf die Geführten oder die Sich-führen-lassenden einwirken. Und dennoch ist systemische Führung eine klar deklarierte, bewusst übernommene und sichtbare Aufgabe. 

Das Modell (vgl. Download und Bild) beschreibt vier unterschiedliche Ebenen, auf denen Führen basiert und auf denen geführt werden kann und soll. 

Siehe auch das Buch: Führung lernt man draussen.