Dem Zweck der Existenz auf der Spur

Dem Zweck der Existenz von planoalto auf der Spur

# Stefan Held berichtet über den Teamprozess rund um die Auseinandersetzung mit persönlichen Sinnfragen und die Passung zum ZDE von planoalto

Wie bringst du dich in die Welt? 

Es ist mir ein Anliegen, Menschen auf ihrem Weg einen passenden Impuls geben zu können. Denn ich wünsche allen aus vollstem Herzen, dass sie sich lebendig fühlen und authentisch zeigen können. Und ich hoffe, mit diesen Zeilen – so gut es Worte eben können – dazu einen Beitrag zu leisten.

John Strelecky („Das Café am Rande der Welt“) empfiehlt, das Ende zuerst zu schreiben.
Was braucht es, dass du zum Zeitpunkt des Todes zufrieden auf das Leben blicken kannst?
Wie solltest du leben, dass du jederzeit gut gehen könntest?
Es lohnt sich, auf solche Fragen eigene Antworten zu finden. Denn dies führt dich an den Punkt zu fragen, weshalb du überhaupt hier bist, was du hier machst und weshalb du am Morgen aufstehst. Wofür bist du hier? Und sogar wenn du finden würdest, das Leben habe keinen übergeordneten Sinn an sich, so gehen Strelecky und mit ihm viele andere, davon aus, dass du besser lebst, wenn du dich so ausrichtest, als hätte deine Existenz einen Zweck. Zugegeben, der „Zweck der Existenz“ tönt etwas pathetisch. Und gleichzeitig berührt es mich, wenn Menschen einen solchen formulieren, weil damit ein Ringen um grösstmögliche Wahrhaftigkeit einhergeht, ein Schürfen in persönliche Tiefen.

Ist es dir gerade jetzt möglich, dieses Experiment zu wagen? Vielleicht würdest du gerne einfach im Lesefluss bleiben und es auf später verschieben. Das ist legitim. Vielleicht magst du dir dieses Geschenk auch gönnen. Genau so, wie und wo du bist, vor diesem Bildschirm. Halte inne, löse den Blick vom Display oder schliesse die Augen und schau mal, was diese Frage mit dir macht: „Was ist der Zweck meiner Existenz?“

Was taucht da auf? 

Ich weiss, das braucht Zeit. Vielleicht musst dus einfach ein paar Tage sickern lassen. Vielleicht gibt es einen ersten Wurf. Und dann einen zweiten und dritten. Vielleicht hat sich nur ein Wort gezeigt, das dich nicht mehr loslässt und irgendwann ein nächstes. Vielleicht spürst du eine bestimmte Richtung und die Worte sind noch nebulös. Vielleicht ist dir dein Zweck auch innert Minuten kristallklar.

Wenn du eine stimmige, eine wahrhaftige Version findest, kannst du dich fragen, mit welchen Tätigkeiten du dich in den Dienst dieses Zweckes stellst. Wie drückt er sich in deinem Leben aus? Welche Wege sucht er sich durch dein Wirken oder durch deine blosse Anwesenheit? Inwiefern hältst du ihn zurück? Welche Umstände (glaubst du) hindern sein freies Ausfliessen in die Welt? 

Ein Zweck der Existenz kann auch für Organisationen formuliert werden. Geld ist dabei kein Zweck an sich. Die Frage ist vielmehr, welchen gesellschaftlichen Beitrag ein Unternehmen anstrebt, nach welchen Werten es sich ausrichtet, was es lokal oder international kultiviert. Was will eine Organisation mehren in der Welt?

Auch wir haben uns im planoalto Team zu diesen Fragen ausgetauscht. Folgende drei Formulierungen von Mitarbeitenden beschreiben exemplarisch, worin für sie der Zweck der Existenz von planoalto besteht.

Wir wollen Menschen ermöglichen, ihr Vertrauen in sich selbst, in andere Menschen und in die Natur zu stärken.
Wir pflegen das einfache, gemeinsame Unterwegssein im Innen und Aussen.
Wir ermöglichen “zu sein”. 

Andrea Zuffellato hat den ZDE von planoalto wie folgt beschrieben: 
planoalto will, dass Menschen mehr von dem tun, was ihnen wichtig ist.
planoalto will Menschen der Natur näherbringen, auch der eigenen und
planoalto will die systemische Haltung in der Welt etablieren.
Letzteres deshalb, weil wir der Ansicht sind, dass aus einer systemischen Wahrnehmung heraus konstruktiver an Lösungen gearbeitet werden kann. Im weitesten Sinne möchte planoalto einen Beitrag dazu leisten, den drei Krisen, wie sie Otto Scharmer beschrieben hat, zu begegnen: Der ökologischen Krise (bspw. Umweltzerstörung), der sozialen Krise (bspw. Armut und Ungleichheit) und der Sinnkrise (bspw. sichtbarwerdend durch Burnout und Depression).
Wir leisten einen Beitrag, indem wir Menschen in die Natur begleiten, menschliche Gemeinschaft fördern und Momente der Verbundenheit provozieren. Indem wir den Rahmen dafür schaffen, dass Menschen im eigenen Körper heimischer werden und Gefühle zulassen können. Indem wir uns in Präsenz üben und Führung ausrichten nach Zuversicht, Ressourcenorientierung, Lösungsfokus, Bescheidenheit und Wertschätzung. Indem wir Menschen befähigen, all dies und mehr mit ihrem Klientel ebenfalls zu tun, kultivieren wir Werte, von denen wir überzeugt sind, dass unsere Gesellschaft sie braucht.

Thurman meinte „Frage dich nicht, was die Welt braucht. Frage dich, was dich lebendig werden lässt und dann geh los und tu das. Was die Welt nämlich braucht, sind Menschen, die lebendig geworden sind“. Der Blick auf die Welt ist wichtig. Und doch ist es gut, mich nicht im Panorama der Gegenwartsanalyse zu verlieren, sondern wieder zu mir zurückzukehren.

An meinen Platz. Ein Glück, ein Privileg, wenn der Zweck der Existenz „meiner Firma“ mit meinem ganz persönlichen resoniert. Und doch – indem ich an meiner eigenen Lebendigkeit arbeite und andere dabei anstecke, indem ich aufsauge und wachse, blühe und ruhe, reife und verschenke, indem ich mein Lebendigsein bestmöglich auszudrücken versuche, gebe ich der Welt weit mehr, als nur meine Arbeitskraft.

Das tönt einfach. Ich habe mal gehört, alles Wesentliche sei einfach – und alles einfache so schwierig. Wie wahr. Besonders in Phasen, in denen ich mich eben nicht lebendig fühle. Vielleicht gibt dann Streleckys Rat einen willkommenen Perspektivwechsel: Was braucht es, dass du zum Zeitpunkt des Todes zufrieden auf dein Leben blicken kannst? Und damit ende ich an dem Punkt, mit dem ich gestartet bin. Oder anders herum: Eigentlich habe ich das Ende zuerst geschrieben. Denn es ist mir ein Anliegen, Menschen auf ihrem Weg einen passenden Impuls geben zu können. Und ich wünsche allen aus vollstem Herzen, dass sie sich lebendig fühlen und authentisch zeigen können. Und ich hoffe, mit diesen Zeilen – so gut es Worte eben können – dazu einen Beitrag geleistet zu haben. 

Wie bringst du dich in die Welt? 

 

Wenn du noch auf der Suche nach deinem Purpose bist, bieten dir unsere Lehrgänge nützliche Hinweise, passende Begleitung und wahrscheinlich ein paar Gleichgesinnte. Falls du wie wir dazu beitragen möchtest, dass Menschen handelnd und naturverbunden lernen, bereiten dich unsere anerkannten Abschlüsse optimal auf diese Profession aus. Und wenn du an einer persönlichen Standortbestimmung interessiert bist, empfehlen wir dir ein Outdoor Coaching.

Stefan Held

Bei planoalto seit 2015. Lehrer und Erlebnispädagoge, Heilpädagoge im stationären Setting, Erwachsenenbildner, Weiterbildung in systemischer Gesprächsführung, transpersonaler Coach 

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