Ganzheitlicher Ansatz nach planoalto

Autor:innen:

Andrea Zuffellato

Andrea Zuffellato ist geschäftsführender Inhaber von planoalto und Lehrtrainer in verschiedenen Lehrgängen. Als Berater, Bildungsfachmann und Autor entwickelt er das Portfolio von planoalto weiter.

Wie Naturerfahrung und Erlebnislernen wirksam werden

Als Lehrtrainer für Systemische Erlebnispädagogik und erfahrungsorientiertes Lernen und Lehren gehört Ganzheitlichkeit zu den Grundsätzen meiner Arbeit. Wenn ich ins Bildungswesen blicke, muss ich allerdings feststellen, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist und nach wie vor, an der Mehrheit der Schulen, Hochschulen und Universitäten Kopfleistungen dominieren.– daran ändern auch Schlagworte wie “bewegter Unterricht” und “Förderung von Sozialkompetenzen” kaum etwas. Wer käme da auf die Idee, dass Gymnasium ursprünglich von Gymnastik abgeleitet wurde…

Ein gesunder Geist lebt in einem gesunden Körper. Regelmässige Bewegung unterstützt das Lernen und Sport setzt im ganzen Körper und auch im Gehirn wichtige Botenstoffe frei, welche die Motivation, unsere Denkleistung und selbst die Merkfähigkeit unterstützen.

Und auch die seelischen Dimensionen des Lernens wie Sinnempfinden, Eingebundensein und Zugehörigkeit, Wertebewusstsein und eine lebensbejahende Ausrichtung gewinnen gerade in Zeiten künstlicher Intelligenz zusätzlich an Bedeutung.

Ganzheitliches Lernen fördert Werte und Haltungen, Handwerk und Fertigkeiten, ein soziales Miteinander und die Fähigkeit sich selbst zu führen. Was ausmacht, ist eben nicht ausschliesslich, was wir im Kopf haben, sondern, wie wir als ganzer Mensch im Leben stehen und wie wir mit der lebendigen Mitwelt und den Ressourcen umgehen, die uns das Leben und der Planet zur Verfügung stellen.

Bei planoalto stehen wir für eine Pädagogik, die den Körper anspricht und die Herzen der Menschen berührt. Ich werde mich hier also ganz im Sinne und der Tradition der Reformpädagoginnen und Reformpädagogen für Ganzheitlichkeit oder wie wir bei planoalto auch sagen «natürliches Lernen» einsetzen.

Ein Leitstern meiner Arbeit als Erwachsenenbildner und Prozessbegleiter ist es, “life changing moments” zu ermöglichen. Das gelingt nicht, wenn ich ausschliesslich die Köpfe der Menschen anspreche. Wissen verblasst. Erfahrungen prägen sich ein. Erlebnisse erfassen dich als ganzen Menschen und bergen das Potenzial zu tiefgreifender Veränderung von Einstellungen und Verhalten. 

Es ist das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele, welches durch Erlebnislernen angestossen wird. Die Ganzheit, Individualität und auch die Komplexität die uns als Menschen ausmacht.

Ich führe unseren ganzheitlichen Ansatz anhand eines selbst entwickelten Modells ein, das mit “denken”, “empfinden” und “in Resonanz gehen” die gängigen Pole Körper, Geist und Seele aufgreift, diese dann allerdings um “fühlen”, “ahnen” und “träumen” als “Wahrnehmungsmöglichkeiten dazwischen” ergänzt. 

Lernen, das Körper, Geist und Seele gleichsam berührt, schult auch “Emotion”, “Intuition” und “Imagination” als natürliche Zugänge zur Welt. 
In unseren erfahrungsorientierten Lehrgängen schulen wir Intuition, wenn wir auf auftauchende Phänomene als “Sprache der eigenlebendigen Natur” achten und sie interpretieren lernen. 

Wir verfeinern unsere emotionalen Wahrnehmungs- und Ausdrucksmöglichkeiten, wenn wir im Kreis ums Feuer jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer Gehör schenken, wenn wir in herausfordernden Situationen Dialoge gestalten oder in Aufstellungsformaten in unterschiedliche Rollen und Perspektiven wechseln. 

Und wir stärken den Zugang zur Imagination, wenn wir dazu einladen, die tiefen Erkenntnisse, die sich in manchen Nächten unter den Sternen hochträumen, zu verbalisieren, zu teilen und in Leben zu integrieren.

Es sind hier keine einfachen Rezepte zu erwarten, wie dieser ganzheitliche Ansatz ins Schulzimmer übertragen werden kann, sehr wohl aber Anstösse, eigene Wege dafür zu finden. Beispiele aus unserer Lehrpraxis mögen dazu inspirieren.

Körper, Geist und Seele galten schon im Altertum als die drei existenziellen Dimensionen menschlichen Seins. Heute entdecken wir durch bildgebende Verfahren in der Hirnforschung, wie vernetzt Körper und Geist tatsächlich sind. 

Interessante Erkenntnisse liefern etwa die Forschung zur Darm-Hirn-Verbindung, die Haptikforschung, die Polyvagaltheorie oder Wirkungsstudien zu Embodiment-Ansätzen. Des Weiteren geben die Publikationen von Lisa Miller Hinweise, welchen Einfluss spirituelle Praxis als Pflege seelischer Zugänge auf unser biologisches Nervensystem, aber auch auf konkrete Hirnaktivitäten hat. 

Bei planoalto schöpfen wir nebst diesen Forschungsergebnissen und Fachpublikationen insbesondere aus dem langjährigen Praxisschatz erfahrungsorientierter und persönlichkeitsbildender Lernsettings in der Natur. Emotion, Intuition und Imagination sind in unserer naturwissenschaftlich geprägten Kultur eher nebensächlich, diese sinnlichen oder übersinnlichen Formen des Wahrnehmens und Interagierens mit der lebendigen Welt sind jedoch für viele indigene Traditionen gleichwertig zu den messbaren Empfindungen des Körpers und der überprüfbaren Logik des Geistes. An diese Traditionen knüpfen wir an, wenn wir mit Lerngruppen nomadisch unterwegs sind.

Mit unserem Geist gestalten wir durch Sprache Wirklichkeit und erschliessen und erklären uns die Welt. So haben wir als Gesellschaft dem Verstand einerseits viele Errungenschaften und Fortschritt zu verdanken, haben uns aber durch die rationale Dominanz auch von den körperlichen und seelischen Seinsebenen zu stark distanziert und zusehends an natürlicher Verbindung verloren.

Ganzheitliche Lernsettings sollen den Geist abholen und ansprechen, anregen, zuweilen irritieren sowie Verbalisierung und Reflexion ermöglichen. Sie sind allerdings um ein Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele bedacht.

Körperlichkeit bedeutet für unsere Lernsettings bei planoalto physisch aktiv zu sein, zu Fuss mit dem Rucksack, Holz sammelnd, paddelnd einen Fluss zu befahren etc. Es heisst aber auch mit allen Sinnen wahrzunehmen, sich einzulassen und den Elementen hinzugeben, also Natur in allen Erscheinungsformen leiblich zu spüren. 

Wir gestalten mit dem Körper aktiv unsere Welt, sei dies künstlerisch oder funktional. Wir manifestieren unsere kreativen Ideen, schaffen Gebrauchsgegenstände und Kunstwerke und bringen über unseren Sinn für Ästhetik auch Unbewusstes über den Körper gestalterisch zum Ausdruck.

Aktives Erleben und körperliche Bewegungserfahrungen können ganzheitliche Heilungsprozesse sowie die Entwicklung von intellektuellen, emotionalen und sozialen Fähigkeiten unterstützen. 

Während wir Körper und Geist bewusst steuern können, entzieht sich seelische Resonanz den Gesetzmässigkeiten der willentlichen Kontrolle. Es bleibt ein Geschenk, wenn uns etwas oder jemand tief berührt, wenn wir ergriffen werden oder eine uns transzendierende Verbundenheit spüren. Ja – uns fehlt rasch das Vokabular, wenn wir über Seele sprechen. 

Wir ordnen die Entwicklung und den Ausdruck persönlicher Lebenswerte der seelischen Ebene des ganzheitlichen Lernens zu. Auch ein Gespür für Sinn im Leben, eine persönliche Ausrichtung und das Erleben von Verbundenheit verorten wir hier. Es liegt nahe, dass Unterwegssein in der Natur diese Ebene inspiriert und wirksam ist. In der Natur ist es uns rasch möglich, uns als eingebunden in die uns umgebende Welt zu erleben.

Emotion – zwischen Körper und Geist

Ganzheitliches Lernen, wie wir es bei planoalto verstehen, nutzt den Erlebnischarakter von Lernerfahrungen, um Wachstumsschritte mit emotionaler Intensität nachhaltig zu verankern. Es ermöglicht neue Zugänge zum Gefühlserleben und schult eine differenzierte Sprache rund um Gefühle. Es befähigt, Emotionen bei sich und anderen wahrzunehmen, fördert Empathie und Perspektivenwechsel und die Fähigkeit, konstruktive Dialoge zu gestalten.

Emotionen steuern unser Verhalten und unsere Interaktionen mit anderen. Sie können bei Denk- und Entscheidungsprozessen als Informationsquelle beigezogen werden, wenn wir sie ins Bewusstsein heben und in Sprache bringen. 

Während unbewusste Emotionen Qualitätsunterschiede produzieren, die das Verhalten unbewusst steuern, fördern versprachlichte Gefühle unsere Wahlfreiheit und Entscheidungshoheit. Dieser Zusammenhang wird in der Anwendung der Gewaltfreien Kommunikation GFK, nach Marshall B. Rosenberg sehr erfolgreich umgesetzt.

Je differenzierter der Sprachwortschatz für Gefühle ist, desto treffender können Nuancen wahrgenommen und benannt werden. Aus bewussten Qualitätsunterschieden formulieren wir dann genaue und zutreffende, authentische Gefühle und können unser Handeln und unsere Interaktionen dadurch proaktiv gestalten.

Es liegt auf der Hand, dass Emotionen eine Brücke zwischen Körper und Geist schlagen, denn sie sind körperlich erkennbar, etwa durch Erröten und Anspannungen, durch den Wechsel des Atemrhythmus und die Aussonderung von Schweiss etc. Innere Begleiterscheinungen sind etwa die Veränderung des Herzschlag-Intervalls, gesteigerte Hormonausschüttung, Anstieg der Körpertemperatur u. ä. Psychische Auswirkungen von Emotionen können beispielsweise gesteigerte oder verminderte Aufnahmefähigkeit, Schmerzunempfindlichkeit oder veränderte Wahrnehmung sein.

Gefühle sind Ausdruck unseres (inneren) Erlebens. Wir sind ihnen jedoch nicht einfach ausgeliefert, sondern haben sehr wohl Einfluss darauf, was und wie wir fühlen…

Embodimentmethoden bieten Ansätze, die Verschränkungen von Körper und Geist zu nutzen und durch gezielte Körperwahrnehmungen und Bewegungen Einfluss auf die Gemütsebene zu nehmen, Denkmuster und Glaubenssätze zu verändern und ein neues Selbstbild zu bekommen.

Atemübungen und Klopftechniken oder das bewusste Einnehmen einer bestimmten Körperhaltung, body to brain Übungen und Körpertherapeutische Ansätze wie Yoga, Qigong oder Tai-Chi nutzen diese Körper-Geist-Brücken. Durch Steuerung von Atem und Bewegungen nehmen wir Einfluss auf unsere Gefühle und Gedanken.

Systemische Aufstellungsformate schulen Feldwahrnehmung und lassen uns über die Positionierung im Raum, Bezogenheit zu anderen Stellvertreter:innen und durch eigene Körperwahrnehmung besondere Qualitäten von Gefühlserleben empfinden. Die Unterscheidung der eigenen Gefühle und der Stellvertreteremotionen in einer Position schärfen unsere Wahrnehmung auf besondere Weise, die über die Möglichkeiten unserer Spiegelneuronen hinausgeht.

Ziel eines ganzheitlichen Lernansatzes, der Emotion als menschliche Dimension aktiv inkludiert kann es sein, dass wir eine feine Wahrnehmung für unsere Gefühle haben und diese differenziert und gezielt in Sprache bringen können. Wir verfügen über ein Repertoire unsere Gefühle zu regulieren und gezielt positive, nährende und gesund machende Gefühle zu erzeugen. Darüber hinaus entwickeln wir eine ausgeprägte Empathiefähigkeit und Menschenkenntnis und können dadurch lösungsorientierte Gespräche und ermöglichende Dialoge führen.

Intuition – zwischen Körper und Seele

Ganzheitliches Lernen wie wir es bei planoalto verstehen und vermitteln, schult und stärkt Intuition als Ressource, um mit der zunehmenden Unsicherheit, Unvorhersehbarkeit, Komplexität unserer Welt und ihrer Veränderungsdynamik einen lebensdienlichen Umgang zu finden. Intuition lässt uns Wesentliches erkennen und entsprechend unseren verinnerlichten Werten handeln. Das ganzheitliche Lernen fördert zudem eine Offenheit dafür, dass die lebendige Welt mit uns interagiert und es nährt das Vertrauen, dass wir etwas beizutragen haben. 

Im fachlichen Diskurs tauchen wiederholt zwei unterschiedliche Interpretationen von Intuition auf: Für viele klassisch geprägte Naturwissenschaftler:innen ist Intuition ein schnell arbeitendes Referenz- und Entscheidungssystem, das durch Vergegenwärtigung die Essenz aller bisherigen Erfahrungen in Echtzeit auf den Punkt bringt. Intuition ist dann eine rationale Handlungslogik in Situationen der Komplexität. Je komplexer das Umfeld desto wichtiger wird die Intuition.

Andere Autor:innen sehen in der Intuition die Qualität einer Eingebung. (Rupert Sheldrake) Sie ist dann Manifestation einer sich ankündigenden Zukunft (Otto Scharmer) oder ein Zugang zum Nullpunktfeld. (Lynne McTaggart)

Ganz unabhängig davon, ob wir Intuition als “Fähigkeit die Vergangenheit zu deuten um zu entscheiden” sehen, als “Fähigkeit die Zukunft zu erspüren” oder als “Öffnung des Geistes für das Göttliche”, wir alle haben einen Sinn für Intuition und Erfahrungen mit dieser urmenschlichen Qualität der Wahrnehmung. In unserem Modell des ganzheitlichen Ansatzes verorten wir Intuition zwischen dem Körper, wo sich Erfahrungen einprägen und der Seele, wo wir “Resonanzerfahrungen mit der mehr als menschlichen Welt” verorten. (Hartmut Rosa) 

Draussen unterwegs schärfen wir unsere Intuition als “Kanal”, indem wir auf auftauchende Phänomene horchen und diesen Bedeutung geben. Durch Achtsamkeitspraxis und Presencing-Techniken üben wir Qualitäten, die als Grundvoraussetzungen für Resonanzerfahrungen gelten. (Langsamkeit und Geduld, Berührbarkeit und Ergebnisoffenheit, Achtsamkeit und Ansprechbarkeit)

Eine gut entwickelte Intuition funktioniert wie ein Peilgerät im Prozessverlauf, sie dient der eigenen Ausrichtung und zum Erkennen des opportunen Moments und nächster Schritte. Sie wird zu einem Kompass im Leben und sie stärkt dadurch das Gefühl der Verbundenheit zur Welt.

Das oft langsame, nomadische Unterwegssein und der Fokus auf reduzierte, einfache und konkrete Handlungsbezüge, auf essenzielle Tätigkeiten mit wenig Material und in einer wertschätzenden und unterstützenden Gemeinschaft ermöglichen und begünstigen in unseren Lehrgängen die Entwicklung der Intuition auf ganz natürliche Art und Weise. Wenig Ablenkung, elementare Naturerfahrung und das direkte Erleben von Wind und Wetter sorgen dafür, dass sich Menschen rasch erden und in ihre Mitte kommen. Das sind gute Voraussetzungen für intuitives Wahrnehmen und Handeln.

Imagination – zwischen Seele und Geist

Ganzheitliches Lernen, wie wir es bei planoalto verstehen, nutzt Imagination aktiv in der Sprache und der Wahl der Metaphern. Es holt Menschen in ihren eigenen Bildern ab und hilft ihnen, die eigene Geschichte umzudeuten, neu zu schreiben und konstruktiv weiterzuschreiben… Was vorstellbar ist, wird realisierbar.

Dieses ganzheitliche Lernen ist offen für Traumbilder oder Eingebungen und schätzt sie als Wegweiser, denen Bedeutung gegeben werden kann.

Auch hinter dem Begriff Imagination stehen verschiedene Aspekte unterschiedlicher Ansätze: von der schlichten Vorstellungskraft, über die Arbeit mit Fantasiereisen, zu Tranceinduktionen, bis zu luzidem träumen und der Traumdeutung. Ignatius von Loyola beschrieb Imagination als “Zwiegespräch des Menschen mit seiner Seele” und Carl Gustav Jung führte die Arbeit mit inneren Bildern in die Psychotherapie ein.

Imagination öffnet Fenster zum Unterbewussten und zu seelischen Dimensionen, sie nutzt die Vorstellungskraft unseres Geistes, lässt der Fantasie freien Lauf und ist offen für Impulse aus tieferen Schichten oder höheren Sphären. Es gibt aktive Formen der Imagination, in denen wir uns etwas ausmalen, z.B. in der systemischen Zielarbeit, oder in der Arbeit mir Fantasiemetaphern und empfangender Imagination, wo wir Bilder geschenkt bekommen, z.B. wenn wir in einer Morgenrunde nach Träumen fragen und den tiefen Erkenntnissen, die sich in manchen Nächten unter den Sternen hochträumen, im Erzählen Raum geben, damit sie sich integrieren können. 

Wir leben in Sprache und diese besteht aus Bildern. So gestalten wir Wirklichkeit durch Imagination und Sprachgebung. Und wir sind ständig aufgefordert zu wählen, mit welchen Farben wir unsere Welt malen, welche Qualitäten wir pflegen, welche Bedeutungsgebung wir priorisieren – welche Wirklichkeiten wir letztlich konstruieren…

Immer wenn wir Sprache nutzen, ob gesprochen, geschrieben oder gedacht, ist auch Imagination am Werk. 

Und wenn wir in beseelten Momenten eine Eingebung haben, eine Impulsmetapher erscheint, ein bedeutsames Traumbild aufblitzt oder wir ein Déja-vu haben, dann ist die Form von Imagination im Spiel, die auch Sprache der Seele genannt wird. Solche Geschenke unterliegen allerdings den Gesetzen der Resonanz, sie sind grundsätzlich unverfügbar und können nicht pädagogisch erzeugt, höchstens begünstigt werden.

Natürlich lernen, heisst ganzheitlich lernen

Aktuelle neurobiologische Erkenntnisse betonen den Wert der handlungsorientierten Zugänge der Erlebnispädagogik und so scheint es ein guter Zeitpunkt zu sein, die Idee ganzheitlicher Wahrnehmung und Lernkonzepte neu zu lancieren. 

Und auch wenn es durchaus lohnend ist, neurodidaktische Erkenntnisse für die eigene Lehre zu berücksichtigen, um möglichst gehirngerecht unterwegs zu sein, lernt letztlich doch immer ein ganzer Mensch und nicht “nur” das Gehirn.

Ob in der Schule oder in der Erwachsenenbildung, Lernen will ein aktiver und lebendiger Prozess sein, der uns als ganze Menschen erfasst. 

Erfahrungen sind wirksamer als Erklärungen, Sinnlichkeit und Sinnhaftigkeit gehen über das Ansammeln von Wissen. Das Gestalten von wertschätzenden Begegnungen ist wirksamer als das Einfordern von Gehorsam und Resonanzerfahrungen sind wertvoller als Ergebnislisten.

Emotion, Intuition und Imagination sind Formen wie wir mit der Welt in Kontakt treten, sie wahrnehmen und gestalten. Es sind die pulsierenden, urmenschlichen Qualitäten, die zwischen Körper, Geist und Seele in uns und durch uns wirken und die uns sowohl ganz, als auch jede und jeden für sich einzigartig machen.

Natürliches Lernen spricht alle diese Facetten an und lässt sie miteinander klingen und spielen. Ich denke, fühle, empfinde und ahne, ich gehe in Resonanz und träume – also bin ich!

Literaturverzeichnis

  • Hartmut Rosa. Resonanz
  • Antonio Damasio. Descartes Irrtum
  • Joachim Bauer. Warum ich fühle, was du fühlst
  • Maja Storch. Das Zürcher Ressourcen Modell
  • Manfred Spitzer. Lernen
  • Lisa Miller. The awakened brain
  • Andrea Zuffellato und Astrid Habiba Kreszmeier. Lexikon Erlebnispädagogik
  • Andrea Zuffellato. Hinter den Gefühlen. (Fachartikel in e&l N°6 2007)

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